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Marika Rökk
Die deutsch-österreichische Filmschauspielerin, Sängerin und Tänzerin ungarischer Abstammung vollzog unter der nationalsozialistischen Herrschaft eine glänzende Filmkarriere zu einem der beliebtesten Ufa-Stars. In den 15 Filmen, an denen sie von 1935 bis 1944 mitwirkte, nutzte die NS-Propaganda die positive Ausstrahlung der blonden und lebenslustigen Schauspielerin aber auch für die Vermittlung nationalsozialistischer Wertvorstellungen über die Rolle von Frau und Familie sowie zur Verklärung der Figur der Mutter. Nach 1945 konnte Marika Rökk zwar an ihre Erfolge im deutschen Film kaum noch anknüpfen, doch behauptete sie ihre Popularität und ihr künstlerisches Renommee bis ins hohe Alter hinein in der deutschsprachigen Revue-, Operetten- und Fernsehkultur...
 
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Biografie
Marie Karoline (Marika) Rökk wurde am 3. November 1913 in Kairo (Ägypten) geboren, wo ihr Vater, ein ungarischer Architekt und Bauunternehmer, geschäftlich zu tun hatte.

Rökk wuchs in Budapest auf, wo sie die Schule besuchte. Mit acht Jahren begann sie eine Tanzausbildung. Ein Jahr später wirkte sie bereits in einem Kinderballett mit. Nachdem ihre Familie 1924 nach Paris umgezogen war, setzte Rökk den Tanzunterricht bei der russischen Lehrerin Rudkowska fort. Noch im selben Jahr, mit 11 Jahren, begann sie für die Revue-Truppe "Hoffmann Girls" am Pariser "Moulin Rouge" zu tanzen. Nach einem Auftritt am Broadway-Theater von New York unternahmen die "Hoffmann Girls" gegen Jahresende 1925 eine Tournee durch die USA. Dort besuchte Rökk dann auch die Tanzschule von Nat Wayburn.

Im Jahr 1929 kehrte Rökk nach Europa zurück, um dort als Tänzerin und Sängerin in verschiedenen Revuen aufzutreten. Anfangserfolge konnte sie bei Auftritten in Operetten und Musik-Komödien in Budapest und Wien sammeln. 1930 stand Rökk in zwei britischen Komödien erstmals vor der Filmkamera. Es folgten 1932 und 1933 weitere Parts in ungarischen Spielfilmen. Doch erst ihr Revue-Erfolg in "Stern der Manege" verschaffte der Künstlerin 1934 einen Vertrag bei der Ufa. Für die Berliner Filmproduktion wirkte sie 1935 an der "Leichten Kavallerie" in ihrer ersten deutschen Filmrolle mit. Die im Zirkusmilieu angesiedelte Komödie bildete für Rökk den Auftakt für eine steile Karriere im deutschen Film.

Die unter der nationalsozialistischen Herrschaft von Adolf Hitler gleichgeschaltete Ufa baute die Tänzerin und Sängerin durch eigens auf sie zugeschnittene Musik- und Revuefilme zu einer der beliebtesten Filmstars in Hitler-Deutschland auf. Besonders nach Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 konnten sich die Ufa-Produktionen und damit auch das künstlerische Schaffen Rökks kaum der präzisen politisch-propagandistischen Funktion entziehen, mit denen sie der nationalsozialistische Propagandaminister Josef Goebbels bedachte: Indem man die "Heimatfront" während der Kriegsjahre durch angenehme Unterhaltung bei Laune hielt, sollte zur Stabilisierung der nationalsozialistischen Diktatur im Innern beigetragen werden.

In den 15 Filmen, an denen Rökk von 1935 bis 1944 mitwirkte, nutzte die NS-Propaganda die positive Ausstrahlung der blonden und lebenslustigen Schauspielerin aber auch für die Vermittlung nationalsozialistischer Wertvorstellungen über die Rolle von Frau und Familie sowie zur Verklärung der Figur der Mutter. 1940 heiratete Rökk den Regisseur Georg Jacoby, der an vielen ihrer Filme mitwirkte und mit dem sie eine Tochter, die spätere Schauspielerin Gabriele Jacoby, hatte. Nach Kriegsende unterlagen Rökk und ihr Mann 1945 zunächst einem Berufsverbot. Den Verdacht einer angeblichen Spionagetätigkeit für die Nationalsozialisten konnte der Ufa-Star jedoch bald widerlegen, so dass sie ein Ehrengericht der österreichischen Schauspielervereinigung 1947 rehabilitierte.

Rökks erster Nachkriegsfilm "Fregola", der 1948 unter der Regie Jacobys entstand, eröffnete der Filmschauspielerin eine zweite Karriere. Ihre Filme der 1950er Jahre konnten jedoch nicht mehr an die Erfolge der 1930er und 1940er Jahre heranreichen. Ab Ende der 1950er Jahre wandte sich Rökk daher wieder dem Showgeschäft zu, wobei sie in Operetten, Musicals und auch TV-Shows im deutschsprachigen Kulturraum nach wie vor große Erfolge feierte. Legendär wurden ihre Auftritte von 1966/67 in "Maske in Blau", von 1968/69 in "Hello Dolly" und von 1978 im Wiener Musical "Die Gräfin vom Naschmarkt". 1964 verstarb Georg Jacoby, der erste Ehemann Rökks.

Im Jahr 1968 heiratete sie in zweiter Ehe den Regisseur und Manager Fred Raul. Noch 1983, an ihrem 70. Geburtstag, trat Rökk in der Titelrolle der Operette "Ball im Savoy" in Wien auf. Nach einer vorübergehenden Auftrittspause, die durch Krankheit und Tod ihres Mannes Raul 1985 eingetreten war, brillierte die Künstlerin 1986 erneut in der Musikkomödie "Das Kuckucksei". 1987 kehrte Rökk in "Schloß Königswald" von Peter Schamoni zum Film zurück. Im Jahr darauf feierte das ARD den 75. Geburtstag der Schauspielerin und Tänzerin in "Ein Abend für Marika Rökk".

Noch 1992 wirkte Rökk an einer Operetten-Aufführung in ihrer alten Heimat Budapest mit. Rökk wurde 1981 für ihr lebenslanges Wirken im deutschen Film mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet. Im Jahr 1983 erhielt sie die Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold, 1987 den Bayerischen Filmpreis.

Marika Rökk starb am 16. Mai 2004 im Alter von 91 Jahren in Baden bei Wien.
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Biografie
Filmografie
Nachname: Rökk
Vorname: Marika
Geburtsdatum: 1913-11-03
Geburtsort: Kairo (ET).
Todesdatum: 2004-05-16
Todesort: Baden, Wien (A).
Sternzeichen: Skorpion 24.10 - 22.11
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