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Martin Kippenberger
Der deutsche Maler und Installationskünstler gehört zum weiteren Kreis der "Jungen Wilden". Stets bemühte er sich gegen die traditionelle Kunstauffassung zu arbeiten und bestehende Kunstbegriffe in Frage zu stellen. Martin Kippenberger realisierte spöttische Bildfindungen und Kombinationen aus Bilder und Texten, mit denen er in Tabuzonen der Kunst vorstößt. Seine ausgewählten Mittel dazu sind beispielsweise Nonsenstexte oder absurde Frechheiten, die bewusst provozieren. Zuvor arbeitete er in Gemeinschaftswerken, an Buchproduktionen und Ausstellungskonzepten...
 
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Biografie
Martin Kippenberger wurde am 25. Februar 1953 in Dortmund geboren.

Kippenberger begann 1972 an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste zu studieren. Er war Schüler bei Arnold Hauser und dem Zeichner und Installationskünstler Franz Erhard Walther. Kippenberger brach das Studium ab. 1976 siedelte er nach Florenz über. Dort malte er nach Postkarten- oder Photovorlagen zunächst Tafelbilder in Schwarz-weiß. Im Jahr darauf zog es ihn wieder nach Hamburg, und er lernte den Maler Albert Oehlen kennen. Dort stellte er die Ergebnisse seiner Florenzer Schaffensperiode aus. 1978 wählte Martin Kippenberger seinen Wohnsitz in Berlin, wo er den Ausstellungsort "Kippenberger Büro" zusammen mit Giesela Capitain gründete.

Ein Jahr darauf, 1979, rief er den Club "SO 36" in Berlin-Kreuzberg und die Punkband "Die Grugas" ins Leben. Im gleichen Jahr gründete er mit Christine Hahn und Erich Mitchell in New York die Gruppe "Luxus". 1980 zog er nach Paris, um Schriftsteller zu werden. In Zusammenarbeit mit dem Künstler Werner Büttner und Albert Oehlen entstanden Buchproduktionen und Ausstellungskonzepte wie "Wahrheit ist Arbeit" (1984). Schon ein Jahr später hielt er sich zu künstlerischen Arbeiten im Schwarzwald und in Stuttgart auf. In dieser Zeit schuf Kippenberger Bildfolgen in Farbe. 1983 lebte er in Köln, wo erste Skulpturentwürfe entstanden. In diesem Jahr lebte er auch zeitweise in Wien und machte die Bekanntschaft des österreichischen Bildhauers Franz West.

Fünf Jahre später siedelte er zusammen mit dem Maler Albert Oehlen nach Madrid und Sevilla um. Beide widmeten sich dort der Malerei. 1989 wechselte Martin Kippenberger nach Los Angeles. In dieser Zeit entstanden Bilder mit Latex-Überzug. Im Anschluss an diese Zeit lehrte er als Gastprofessor an der Frankfurter Staedelschule. Ab 1992 gab er Unterricht an der Gesamthochschule in Kassel. Ebenso hielt er Gastvorlesungen an der Yale University, in Nizza und Amsterdam. 1994 entstanden die ersten Skulpturen aus Aluminium. Zwei Jahre später wurde er mit dem Käthe-Kollwitz-Preis, der mit 10.000 Mark dotiert war, geehrt. Martin Kippenberger knüpfte in seinem Werk an die Strömung des Dadaismus und Fluxus an.

Stets bemühte er sich gegen die traditionelle Kunstauffassung zu arbeiten und bestehende Kunstbegriffe in Frage zu stellen. Seine Mittel dazu waren unter anderem Provokationen und Spott, wobei er nicht selten die konventionelle Geschmacksrichtung übertrat. 1997 nahm er an der Documenta X in Kassel. Zu Kippenbergers Kunstschaffen zählen Skulpturen, Bilder, Perfomance, Zeichnungen, Installationen, Künstlerbücher, Plakate, Kataloge und Einladungskarten, die er oftmals in einem naiven Subjektivismus gestaltete. Zu seinen Werken zählen unter anderem "Oblomov 1" (datiert 1990), "Frau auf der Schaukel" (1981), "Im Büro" (1982), "Kippenberger-Martin-Köln" (1985), "ich halt mich verschlossen" (1989) oder "model toscana" (1989).

Martin Kippenberger starb am 7. März 1997 an den Folgen seines Alkoholkonsums in Wien.
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Biografie
Nachname: Kippenberger
Vorname: Martin
Geburtsdatum: 1953-02-25
Geburtsort: Dortmund (D).
Todesdatum: 1997-03-07
Todesort: Wien (A).
Sternzeichen: Fische 20.02 - 20.03
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