Yayoi Kusama

Name:Yayoi Kusama

Geboren am:22.03.1929

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

Geburtsort:Matsumoto, Nagano (J).

Verstorben am:22.03.1929

Todesort:--


FELTAS TIME ATLAS

Die japanische Künstlerin zählt weltweit zu den bedeutendsten und gefragtesten Persönlichkeiten der Nachkriegs- und Gegenwartskunst. Sie gilt als Vorläuferin der Pop Art und widmete ihre Kreativität unter anderem der Installation, der Malerei, der Bildhauerei und dem Film. Im New York der 50er und 60er Jahre des vorigen Jahrtausends stieg sie schnell auf zur Elite der Avantgarde mit Andy Warhol oder Claes Oldenburg. Ihr künstlerischer Schwerpunkt sind "unendliche Netze" (infinity nets) und farbige Punkte und Pünktchen, die sie aus ihren Halluzinationen, an denen sie bereits früh litt, zum prägenden Bestandteil ihrer Werke machte. Ihre Punkte, auch als Polka Dots bekannt, verwendete sie ausdrucksstark als stets wiederkehrende Muster in unzähligen Variationen. Mit der Teilnahme an der Biennale in Venedig 1993 während ihres bis heute freiwillig andauernden Aufenthalts in der Heilklinik gewann Yayoi Kusama erneut internationale Aufmerksamkeit und Popularität. 2008 wurde eines ihrer Werke mit den höchsten Preis versteigert, der bislang für eine noch lebende Künstlerin erzielt wurde...

Yayoi Kusama wurde am 22. März 1929 in Matsumoto, Präfektur Nagano, in Japan als Kind eines reichen, traditionsbewussten Saatguthändlers und seiner Frau geboren.

Kusamas Kindheit war von elterlicher Strenge und nationaler konservativer Tradition geprägt, die ihr beide keine glücklich-beschwingliche Entwicklungsphase, sondern Druck und Entfremdung bescherten. Bereits früh litt sie an Ängsten und Halluzinationen, die später stilprägend für ihr lebenslanges künstlerisches Werk werden sollten. Ihre Bestimmung als Künstlerin spürte sie bereits in jungen Jahren und so widmete sie sich als 10-jähriges Kind bereits andauernd dem Malen. Als 12-Jährige musste sie auf elterlichem Geheiß in einer Fallschirmfabrik arbeiten – als nationalen Beitrag zum Weltkrieg. Ihr frühes Krankheitserlebnis mit einhergehenden Halluzinationen drückte sich in Mustern von imaginierten Punkten und Netzen aus, die sie überall wahrnahm. Diese Visualisierungen wurden begleitet von profunden Ängsten vor Phallusobjekten, Sexualität und Essen. Yayoi Kusama erkannte sich, die Welt und das ganze Universum als Punkt – was als Geburtsstunde ihrer artifiziellen polka dots gilt. Ihre damit einhergehenden Befürchtungen beschrieb sie später selbst als beginnende Auflösung des Selbst, als Wiederfinden "in der Unbegrenztheit von nicht endender Zeit und in der Absolutheit der Fläche" sowie als Reduktion "auf ein absolutes Nichts". Ihre Halluzinationen und Ängste verarbeitete sie als Netz- und Punktmuster bereits in kindlichen Malereien und Zeichnungen – was sie in ihren Werken lebenslang beibehalten sollte.

Im Jahr 1948 im Alter von 19 Jahren löste sie sich aus der Enge und dem Druck des Elternhauses, indem sie die Kyoto School of Arts and Crafts (Städtische Kunsthochschule Ky?to) besuchte, die als älteste Kunsthochschule Japans bekannt ist. Im Jahr 1952 begab sie sich in psychiatrische Behandlung, die auch ihr restliches Leben bis heute begleitet. Anfang der 1950er Jahre zeigte sie ihre Werke in insgesamt neun Ausstellungen in Japan, darunter in sechs Einzelausstellungen und davon die erste 1952 in der Matsumoto Civic Hall in ihrer Heimatstadt. Ihre Werke wurden in ganz Japan populär, dennoch konnte Yayoi Kusamas als Künstlerin in der Branche größtenteils keine Akzeptanz gewinnen. 1955 präsentierte sie ihre Werke auf der 18th Biennale des Brooklyn Museums. In diesem Jahr siedelte sie nach Seattle über und zwei Jahre später nach New York. Sie stellte in vielen Galerien ihre Werke aus – um sich finanziell über Wasser zu halten. Ein durchschlagender – auch finanzieller - Erfolg blieb aus: Ein Werk aus der Reihe "Infinity Nets" erzielte damals gerade mal 350,- US-Dollar. Ein neuer Krankheitsschub trug dazu bei, dass sich die junge Künstlerin 1961 erneut in psychiatrische Behandlung begab. 

In dieser Zeit widmete sie sich phallusförmigen Stoffskulpturen, die sie mit Mobiliar und Haushaltsgegenständen verband. Darunter die „Couch Accumulation #1“, die zusammen mit Andy Warhols Werken in der New Yorker Green Gallery in Manhatten gezeigt wurde. Ihre Werke werden als Aufarbeitung ihrer Krankheit und ihres Lebensweges interpretiert, so beispielsweise die Skulptur „Traveling Life“ von 1964, die eine von Phallusformen überwucherte Leiter zeigt und ihren schweren Weg nach oben in der Kunstwelt als Männerdomäne darstellen soll. Mitte der 1960er Jahre verwendete sie gut durchdachte Fotografien, auf denen sie selbst zu sehen war in theatralischen und anderen Posen – auch nackt mit Punkten bemalt. Dagegen präsentierte sie sich in der Öffentlichkeit eher traditionell mit Kimono. Schon in dieser Zeit zeichnete sich ihre nächste künstlerische Phase ab, die von Happenings, Events und Performances bestimmt war. Damit verbunden war für die polka-dot-Künstlerin ein Verschwimmen zwischen Kunst, Mensch und Umwelt. 

Grenzüberschreitende Popularität gelang Yayoi Kusama mit dem Happening „Narcissus Garden“ mit 1.500 spiegelnden Kugeln aus dem Jahr 1964. Damit verbunden war ihre Aktion, das Kunstwerk vor der Biennale in Venedig aufzustellen, für die sie nicht nominiert war. Vor dem Ausstellungsgebäude verkaufte sie eine Kugel für 1.200 Lire an Besucher, um auf die narzisstische Neigung von Kunstkauf und –besitz aufmerksam zu machen. Auch wenn sie nicht offiziell an der Biennale teilnahm, machte sie diese Aktion zur populärsten Künstlerin der Biennale. Weitere Teilnahmen an Happenings mit phallusartigen Formen und polka-dots machte sie zu einer bekannten Persönlichkeit der Pop Art. Sie bemalte nackte Menschen öffentlich mit Punkten – als Grenzauflösung zwischen Kunst, Menschen und Umgebung. Darunter das „Self Obliteration Event“ von 1967 an der Brooklyn Bridge, das als ihre bekannteste Veranstaltung dieser Art zählt, wovon viele von der Polizei aufgelöst wurden. Ende der 60er Jahre inspirierte die Hippiebewegung Kusamas künstlerisches Schaffen mit Themen wie freie Liebe, Nudismus, Pazifismus oder Anarchismus. Kurze Zeit später eröffnete sie mehrere Unternehmen, darunter Kusama Fashions oder das Magazin "Kusamas Orgy". Mit dem Misserfolg kehrte sie 1973 nach Japan zurück. 

Dort begab sie sich im Jahr 1977 freiwillig in eine Nervenheilklinik, wo sie sich heute noch befindet und dort arbeitet. In den 80er Jahren folgen Ausstellungen in Japan, die sie erneut bekannt machten. 1993 präsentierte sie Werke auf der 44. Biennale in Venedig, die nach wie vor bestimmt sind von Infinity Nets und ihren polka dots, die auf Leinwänden, Pflanzen, große und kleinen Skulpturen, Wänden, Menschen, Kürbissen und Spiegeln erscheinen. Große, weltweite Erfolge feiert sie bis heute mit ihren Mirror rooms als räumliche Licht- und Spiegelinstallationen wie Dots Obsession. 2017 eröffnete Yayoi Kusama ihr eigenes Museum in Tokio, das ihr Lebenswerk ausstellt. Yayoi Kusama wurde vielfach ausgezeichnet, darunter 2006 mit "Praemium Imperiale", dem Nobelpreis der Künste in der Sparte Malerei, 2009 mit dem Preis "Bunka K?r?sha" für eine Person mit besonderen kulturellen Verdiensten, 2012 mit der Ehrenmitgliedschaft in die American Academy of Arts and Letters oder 2016 mit dem Kulturorden.

Name:Yayoi Kusama

Geboren am:22.03.1929

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

Geburtsort:Matsumoto, Nagano (J).

Verstorben am:22.03.1929

Todesort:--


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