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Ernest Hemingway
Der US-amerikanische Schriftsteller avancierte als Erneuerer der amerikanischen Kurzgeschichte zu einem der bedeutendsten Autoren den 20. Jahrhunderts. Sein bekanntestes Literaturstück wurde die Erzählung "Der alte Mann und das Meer" (1952), wofür Ernest Hemingway 1953 mit dem Pulitzer-Preis und 1954 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Viele seiner Kritiker betrachteten jedoch den Roman "Wem die Stunde schlägt" (1940) als sein gelungenstes Werk. Hemingway war ein brillanter Erzähler, Roman- und Novellenschreiber. In seinen Werken thematisierte er die Gefühle und Ängste der sogenannten Lost Generation und verarbeitete Themen wie Tapferkeit, Treue, Krieg und Männlichkeit oder das Verhältnis zwischen Männern und Frauen. Sein Stil ist gekennzeichnet von einem klaren Ausdruck und schlichter Wortwahl...
 
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Hemingway
Biografie
Ernest Miller Hemingway wurde am 21. Juli 1899 als zweites der insgesamt fünf Kinder von Clarence und Grace Hall Hemingway in Oak Park/Illinois geboren.

Von 1913 bis 1917 besuchte er die Oak Park High School. Als Achtzehnjähriger begann er 1917 seine Laufbahn als Lokalreporter in Kansas City. 1918 meldete er sich im Ersten Weltkrieg freiwillig als Fahrer des American "Field Service", eine Art Sanitätstransportgruppe, an der norditalienischen und französisch-deutschen Front, wo er zweimal schwer verwundet wurde. 1919 kehrte er in die USA zurück. Er wurde erstmals literarisch tätig. 1920 wurde er Mitarbeiter bei der Zeitung "Toronto Star". Seine Tätigkeit als Journalist führte ihn nach Chicago, wo er seine künftige erste Frau Hadley Anderson kennen lernte. 1920 heirateten sie in Horton Bay. Private und berufliche Reisen in die Schweiz, nach Italien, Spanien und in den Nahen Osten folgten.

Im Jahr 1921 zog er nach Paris und verschrieb sich der Schriftstellerei, wobei er die Bekanntschaft anderer dort lebender Amerikaner, wie F. Scott Fitzgerald, Gertrude Stein und Ezra Pound, machte. Das Jahr 1923 führte in erstmals ins spanische Pamplona, der Stadt der Stiertreiberei. Nun erschien sein Werk "Three Stories and Ten Poems". Auch wurde sein erster Sohn John Hadley Nicanor geboren. Zwei Jahre später lernte Hemingway Pauline Pfeiffer kennen, seine zweite Frau, die er 1927 heiratete, nachdem er sich im gleichen Jahr von seiner ersten Frau scheiden gelassen hatte. 1925 erschien das Buch "In our Times" (In unserer Zeit). Darin sind 32 Kurzgeschichten gesammelt, die geprägt sind von Hemingways hochgelobtem Stil, auch komplizierte Gefühlsverzweigungen durch eine einfache Sprache und Wortwahl zum klaren Ausdruck zu bringen.

Viele dieser Shortstories sind heute Hemingway-Klassiker wie etwa die Erzählungen "Indianerlager", "Der Doktor und seine Frau" oder "Das Ende von Etwas". 1926 folgte "The Sun Also Rises", in deutscher Ausgabe unter dem Titel "Fiesta" veröffentlicht. Es wurde Hemingways erster großer Romanerfolg, der von der Lost Generation handelt, die den ersten Weltkrieg miterlebte. 1927 wurde sein Werk "Men Without Women" veröffentlicht, als deutsche Ausgabe unter dem Titel "Männer ohne Frauen" erschienen. Die Arbeit umfasst 14 Kurzgeschichten, die von Krieg, Sport und dem Mann-Frau-Verhältnis handeln. Die sportliche Aktivität wie zum Beispiel der Stierkampf hatte für Hemingway eine besondere Bedeutung, denn sie betonte für ihn die Männlichkeit.

Im Jahr 1928 wurde Hemingways zweiter Sohn Patrick geboren. Im selben Jahr heiratete er in zweiter Ehe Pauline Pfeiffer. Sein Vater Clarence Hemingway beging noch im selben Jahr Selbstmord. Zugleich erschien "A Farewell to Arms" (In einem anderen Land). In diesem Roman thematisiert der Schriftsteller eine Liebe mit unglücklichem Ausgang während des Ersten Weltkrieges. Hemingway reiste 1929 abermals nach Spanien. 1931 wurde Hemingways dritter Sohn Gregory geboren. 1932 kam der Titel "Death in the Afternoon" auf den Markt (Tod am Nachmittag). Darin floss Hemingways Leidenschaft für den Stierkampf mit ein, der für ihn über das Sportliche hinaus führte und Eleganz und Mut bedeutete. Der Schriftsteller nahm im Jahr 1932 zusammen mit seiner Frau erstmals an einer Safari in Afrika teil.

Im Jahr 1935 erschien dann der Titel "Green Hills of Africa" (Die grünen Hügel von Afrika), in dem er Erlebnisse und Eindrücke seiner Reise verarbeitete. Die Kurzgeschichte "The Snow of Kilimanjaro" (Schnee auf dem Kilimandscharo) wurde 1936 veröffentlicht. 1937 unternahm Hemingway dann eine Spanienreise im Auftrag der NANA, der North American Newspaper Alliance. Die Dreharbeiten zu dem Film "Die spanische Erde" begannen und sein Roman "To Have an Have Not" ("Haben und nicht Haben") wurde publiziert. 1938 begann Hemingway die Arbeit an dem Theaterstück "The Fifth Columne" (Die fünfte Kolonne). Im Jahr darauf reiste er nach Kuba und begann die Arbeiten zu seinem Roman "For Whom the Bell Tolls", der dem deutschen Publikum unter dem Titel "Wem die Stunde schlägt" bekannt wurde. Darin verarbeitete der Schriftsteller seine Erlebnisse aus dem spanischen Bürgerkrieg.

Viele Kritiker haben dieses Werk als sein gelungenster Text hochgelobt. 1940 wurde Hemingway zweite Ehe geschieden. Im selben Jahr heiratete er Martha Gellhorn in Finca Vigia. 1943 begab sich das Paar in das asiatische Kriegsgebiet des Zweiten Weltkrieges. Zwei Jahre später begann Ernest Hemingway die Schreibarbeiten zu dem Roman "Land, See und Luft". Später wurden daraus insgesamt die vier Romane "Across the River and into the Trees" (Über den Fluss und in die Wälder), "The old Man and the Sea" (Der alte Mann und das Meer), "Islands in the Stream" (Inseln im Strom) und "The Garden of Eden" ("Der Garten Eden"). 1945 ließ sich Hemingway von seiner dritten Frau Martha scheiden und das Jahr darauf ging er in Havanna seine vierte Ehe mit Mary Welsh ein.

Im Jahr 1948 begann er seinen Roman "The Garden of Eden" und im gleichen Jahr begab er sich auf eine Italienreise, die er 1949 zu einer Europa-Reise ausdehnte. Im September 1950 wurde Hemingways Roman "Across the River and into the Trees" fertiggestellt und veröffentlicht. Im gleichen Jahr hielt sich Hemingway in Venedig und Paris auf, wo er die Arbeiten zu den Romanen "The Garden of Eden" und "Islands in the Stream" fortsetzte. 1951 ging er an seine Werke "The Old Man and the Sea" und "Islands in the Stream". 1952 erschien "The Old Man and the Sea" im "Life", das sein wohl bekanntestes Werk wurde. Ganz sicher stellte es seinen letzten großen Wurf dar, in dem auch der Höhepunkt seines literarischen Schaffens zu sehen ist. Innerhalb von zwei Tagen verkaufte sich das Buch fünf Millionen Mal.

Hemingway wurde 1953 mit dem Pulitzer-Preis geehrt. 1954 erhielt er dem Nobelpreis für Literatur. Es folgten eine Europareise und eine Afrikasafari. 1954 überlebte der Schriftsteller zwei Flugzeugabstürze. 1954 und 1957 begann er die Arbeiten für "True at First Light" (Wahrheit im Morgengrauen), und "A Moveable Feast" (Paris - Ein Fest fürs Leben). 1959 entstand die Arbeit "The Dangerous Summer" (Gefährlicher Sommer). Im selben Jahr reiste er letztmals nach Spanien. 1960 litt Hemingway mehrfach an Depressionen, weshalb er mit Elektroschock-Therapie behandelt wurde. Wegen seiner Erkrankung kam er in die Mayo-Klinik. 1961 unternahm er mehrere Selbstmordversuche.

Am 2. Juli 1961 erschoss sich Ernest Hemingway in seinem Haus in Ketchum.
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Biografie
Werksverzeichnis
Nachname: Hemingway
Vorname: Ernest
Geburtsdatum: 1899-07-21
Geburtsort: Oak Park, Illionois (USA).
Todesdatum: 1961-07-02
Todesort: Ketchum, Idaho (USA).
Sternzeichen: Krebs 22.06 - 22.07
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