Edvard Munch

Name:Edvard Munch

Geboren am:12.12.1863

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

Geburtsort:Løten (Norwegen)

Verstorben am:23.01.1944

Todesort:Ekely (Norwegen)

Der norwegische Maler und Grafiker begründete seinen Ruhm mit expressiven Ausdrucksformen, bei denen die äußere Natur zum Spiegel seines inneren Erlebens wurde. Er verstand es menschliche Grunderfahrungen, wie Angst oder Einsamkeit, in seinen Werken zum Ausdruck zu bringen. Edvard Munch gehört zu den maßgeblichen Vorläufern der Avantgarde. In der Gestaltung durch neue bildnerische Mittel beeinflusste Edvard Munch nachdrücklich die Expressionisten. Später kehrte er zu realistischen Szenen zurück. Munch verband Einflüsse von Symbolismus und Jugendstil mit der Stimmung des Fin-de-siècle. Die Bilder "Madonna" (1894/95) und "Das kranke Kind" (1885/86) markieren einen frühen künstlerischen Durchbruch. Bei diesen, wie bei vielen seiner Hauptwerke, malte er das Motiv in späteren Schaffensphasen neu. Sie zählen zu den bekanntesten Werken der Kunstgeschichte. Mit dem "Schrei" (ursprünglich "Geschrei", 1893-1910) welcher in vier Gemälden und einer Lithografie entstand, schuf er eine Ikone der Weltkunst...
Edvard Munch wurde als Sohn des Militärarztes Christian Munch und seiner Frau Laura, geborene BjØlstad, am 12. Dezember 1863 in Løten in Norwegen geboren.

Munch verbrachte seine Kindheit in Kristiana, im heutigen Oslo. Bereits in jungen Jahren machte er Erfahrungen mit dem Tod, als seine Mutter und seine Schwester starben. Dieses Erlebnis war wohl auch für seine spätere psychologisierende Ausdrucksweise prägend. Nach dem Willen seines Vaters begann er ein Studium der Ingenieurswissenschaften. 1881 erfolgte der Abbruch, und er entschloss sich für eine Laufbahn als Künstler. Dazu besuchte er die Zeichenschule in Kristiana. Im Jahr darauf tat er sich mit anderen Künstlern zusammen. Die Gemeinschaft eröffnete zusammen ein Atelier. Munchs Malweise lehnte sich in dieser Zeit an den Impressionismus an. 1882 nahm er mit einem Bild an der Großen Berliner Kunstausstellung teil. Das Werk löste einen Skandal und kontroverse Diskussionen aus. Daraufhin wurde die Berliner Künstlergruppe "Secession" gegründet. Ab dem Jahr 1884 knüpfte er Kontakte zu dem Kreis "Kristiana-Bohème". Die Gemeinschaft bestand aus Künstlern, Schriftstellern und Studenten mit dem Ziel der Ablehnung der bürgerlichen Gesellschaft und der Forderung nach sozialer Gleichheit und sexueller Freiheit.

Im Jahr 1885 hielt sich Munch in Paris auf. Dort ließ er sich im Zeichnen unterrichten und studierte die Werke von Vincent van Gogh, Paul Gauguin und Henri de Toulouse-Lautrec. Es folgten weitere Aufenthalte dort. Im Jahr darauf, 1886, entstanden die Werke "Das kranke Kind", "Pubertät" und "Der Tag danach". 1889 wurde Munchs erste Einzelausstellung in einem norwegischen Studentenverein organisiert. 1892 folgte eine Ausstellung in dem Verein "Berliner Künstler". 1893 siedelte Edvard Munch nach Berlin über. Dort traf er auf den Kreis um die Zeitschrift "PAN" des Verlegers Paul Cassirer. Im gleichen Jahr präsentierter er die Bilderserie "Ein Menschenleben", darunter befanden sich Werke wie der berühmte Titel "Der Schrei" oder "Vampir", "Der Sturm", "Madonna" oder "Die Stimme". In dieser Zeit begann er auch die Arbeiten am "Lebensfries". 1895 wurde die erste Mappe mit insgesamt acht Lithographien veröffentlicht. Edvard Munch verließ 1896 Berlin und zog nach Paris. Dort arbeitete er an Farblithografien und an Holzschnitten. Im Jahr darauf beteiligte er sich an der Ausstellung "Salon des Indépendants".

Im Jahr 1902 stellte er seine 22 Arbeiten des "Lebensfrieses" zu einer Veranstaltung der "Berliner Secession" aus. In diesen Werken thematisiert der Künstler menschliche Grunderfahrungen zu Einsamkeit, Liebe oder Tode. Dem künstlerischen Ausdruck unterliegen existenzielle Bedrohungen des Menschen und die psychischen Vorgänge. Die dunklen Leuchtfarben erzeugen eine Stimmung der Schwermütigkeit, die in großflächigen Formen dargestellt wird. In den Jahren 1907 und 1908 lieferte Edvard Munch Entwürfe für das von Max Reinhardt geleitete Kammerspielhaus in Berlin. 1908 wurde ihm die Ritterschaft des St.-Olav-Ordens verliehen. Im Jahr darauf, 1909, schloss er die Arbeiten zu der Serie "Alpha und Omega" ab, und er kehrte nach Norwegen zurück. Im Jahr 1912 wurde er mit einen Ehrensaal in der Sonderbund-Ausstellung in Köln, auf der die Avantgardisten ihre Werke präsentierten, geehrt. Dieses Auszeichnung wurde in dieser Zeit außer ihm und Pablo Picasso keinem anderen lebenden Künstler zuteil.

Im Jahr 1916 schuf er Wandbilder für die Universität Oslo, die er in lebensbejahender und farbenfroher Gestaltung realisierte. 1927 stuften die Nationalsozialisten seine Kunst als "Entartet" ein. Insgesamt 82 Werke von ihm wurden konfisziert. Im Jahr 1930 befiel ihn eine Augenkrankheit, wodurch er jahrelang künstlerisch nicht tätig werden konnte. 1936 erhielt er in London eine Einzelausstellung. Norwegische Nationalsozialisten präsentieren 1942 vier seiner Werke auf der Ausstellung "Kunst und Unkunst" in der Nationalgalerie. Edvard Munch zählt zusammen mit Paul Cézanne, Vincent van Gogh und Paul Gaugin zu den zentralen Entwicklern der avantgardistischen Kunst. Vermutlich durch die frühen Eindrücke von dem Tod seiner Mutter und Schwester wurden seine Sujets elementare menschliche Gefühle und innere Zustände wie zum Beispiel Angst, die er in seinen Figuren zur Darstellung brachte.

Edvard Munch starb am 23. Januar 1944 in Ekely bei Oslo.

Im Jahr 1963 wurde das Munch-Museum in Oslo eröffnet, wo die bedeutendsten Werke des Künstlers ausgestellt sind.


Ergänzende Personencharakterisierung von Edvard Munch

Edvard Munch, der norwegische Maler und Grafiker, ist weithin bekannt für sein ikonisches Werk "Der Schrei". Doch hinter diesem einen Bild steht eine komplexe Persönlichkeit, die durch eine Vielzahl von Erfahrungen, Emotionen und künstlerischen Bestrebungen geprägt wurde. Diese ergänzende Personencharakterisierung beleuchtet einige der weniger bekannten, aber ebenso bedeutenden Aspekte von Munchs Leben und seiner Persönlichkeit, um ein umfassenderes Bild dieses faszinierenden Künstlers zu zeichnen.

Psychologische Tiefe und emotionale Intensität

Ein zentrales Merkmal von Munchs Kunst ist die psychologische Tiefe und emotionale Intensität, die seine Werke durchdringen. Munch litt zeitlebens unter psychischen Problemen, die sich in seinen Gemälden widerspiegeln. Seine Auseinandersetzung mit Themen wie Angst, Tod, Liebe und Einsamkeit verleiht seinen Werken eine tiefe emotionale Resonanz. Munchs Fähigkeit, diese intensiven und oft quälenden Gefühle visuell darzustellen, zeugt von seiner tiefen Sensibilität und seiner bemerkenswerten künstlerischen Intuition.

Symbolismus und Ausdruckskraft

Munch war ein Meister des Symbolismus und der Ausdruckskraft. Seine Werke sind reich an Symbolik und vermitteln komplexe emotionale und psychologische Zustände durch die Verwendung von Farben, Formen und Kompositionen. Er nutzte oft düstere und kräftige Farben, um die Intensität der dargestellten Gefühle zu verstärken. Diese symbolische und expressive Herangehensweise ermöglicht es den Betrachtern, tiefere Schichten der menschlichen Erfahrung zu erforschen und sich mit den universellen Themen seiner Kunst zu verbinden.

Einfluss von Kindheit und Familie

Munchs Kindheit war geprägt von Krankheit und Verlust, Erfahrungen, die sein gesamtes Werk tief beeinflussten. Der frühe Tod seiner Mutter und später seiner Lieblingsschwester Sophie hinterließen tiefe Spuren in seiner Psyche und seiner Kunst. Diese traumatischen Erlebnisse führten zu einer lebenslangen Auseinandersetzung mit dem Thema Tod und Verlust. Munchs Fähigkeit, diese persönlichen Tragödien in seine Kunst zu integrieren, zeigt seine bemerkenswerte Fähigkeit zur Selbstreflexion und seinen Mut, seine innersten Ängste und Schmerzen offen darzustellen.

Isolation und soziale Entfremdung

Munch war oft ein einsamer und sozial entfremdeter Mensch. Seine introvertierte Natur und seine psychischen Probleme führten dazu, dass er sich häufig von anderen isolierte. Diese Isolation spiegelte sich in seinen Werken wider, in denen er oft das Gefühl der Einsamkeit und der Distanz zu anderen Menschen thematisierte. Trotz seiner Einsamkeit war Munch in der Lage, eine tiefe Verbindung zu seinen Betrachtern herzustellen, indem er universelle menschliche Erfahrungen und Emotionen darstellte, die über seine persönliche Isolation hinausgingen.

Innovative Techniken und Stile

Munch war ein innovativer Künstler, der verschiedene Techniken und Stile erforschte und weiterentwickelte. Neben der Malerei beschäftigte er sich intensiv mit der Grafik und war ein Pionier in der Verwendung von Lithografie, Holzschnitt und Radierung. Diese technischen Experimente ermöglichten es ihm, neue Ausdrucksformen zu finden und seine künstlerische Vision weiter zu vertiefen. Munchs Fähigkeit, ständig neue Wege zu erkunden und seine Techniken zu verfeinern, zeigt seine unermüdliche kreative Energie und seinen Innovationsgeist.

Philosophische und spirituelle Neigungen

Munch war tief in philosophischen und spirituellen Fragen verwurzelt. Seine Kunst reflektiert eine intensive Auseinandersetzung mit existenziellen und metaphysischen Themen. Er war stark von der Symbolik und der Mystik beeinflusst und suchte in seiner Kunst nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens und des Todes. Diese philosophischen und spirituellen Neigungen verliehen seinen Werken eine zusätzliche Dimension und machten sie zu einem Medium, durch das er seine tiefsten Überzeugungen und Zweifel erforschen konnte.

Einfluss und Vermächtnis

Der Einfluss von Munchs Werk auf die moderne Kunst ist unermesslich. Seine expressive und symbolische Bildsprache bereitete den Weg für den Expressionismus und beeinflusste zahlreiche Künstler des 20. Jahrhunderts. Munchs Fähigkeit, emotionale und psychologische Zustände so kraftvoll und direkt darzustellen, hat die Art und Weise, wie Kunst geschaffen und wahrgenommen wird, nachhaltig verändert. Sein Vermächtnis lebt nicht nur in seinen eigenen Werken weiter, sondern auch in der unzähligen Künstler, die von seiner Vision und seinem Mut inspiriert wurden.

Resilienz und künstlerische Entwicklung

Trotz seiner persönlichen Kämpfe und der oft negativen Reaktionen auf seine frühen Werke zeigte Munch eine bemerkenswerte Resilienz. Er entwickelte sich kontinuierlich weiter und blieb seiner künstlerischen Vision treu, selbst wenn diese nicht immer verstanden oder geschätzt wurde. Diese Resilienz ermöglichte es ihm, sich als einer der bedeutendsten Künstler seiner Zeit zu etablieren und ein Werk zu schaffen, das bis heute tief beeindruckt und inspiriert.

Fazit

Edvard Munch war eine vielschichtige und faszinierende Persönlichkeit, deren psychologische Tiefe, symbolische Ausdruckskraft, von Kindheit und Verlust geprägte Themen, soziale Isolation, innovative Techniken, philosophische und spirituelle Neigungen sowie Resilienz und Einfluss ihn zu einem der bedeutendsten Künstler der Kunstgeschichte machen. Sein Leben und Werk sind ein beeindruckendes Zeugnis für die Kraft der Kunst, die innersten Emotionen und Erfahrungen des menschlichen Daseins auszudrücken und zu erforschen. Munchs Vermächtnis wird auch in Zukunft Künstler und Kunstliebhaber weltweit inspirieren und bewegen.


Name:Edvard Munch

Geboren am:12.12.1863

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

Geburtsort:Løten (Norwegen)

Verstorben am:23.01.1944

Todesort:Ekely (Norwegen)