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Hans Magnus Enzensberger
Der Schriftsteller, Essayist, Hörspielautor, Herausgeber, Übersetzer und Redakteur ist einer der bedeutendsten deutschen Lyriker nach 1945. Hans Magnus Enzensberger wurde bekannt mit seinen Werken im zeitkritischen Ton. Er wurde als "zorniger junger Mann" betitelt. Diese Streitbarkeit hatte er sich bis ins Alter bewahrt. Seine Werke zeichnen sich aus durch die Verbindung zwischen poetologischer und politischer Reflexion. 1963 wurde der Lyriker mit Deutschlands renommiertestem Literaturpreis, dem "Georg Büchner Preis", geehrt. Unter Mathematikern wurde er populär, nachdem es ihm gelang zu beschreiben, was Mathematiker fühlen, selbst aber schwer ausdrücken können. Darüber hinaus verfasste er die Kinderbücher "Zupp" (1958), "Esterhazy. Eine Hasengeschichte" (1995) und "Der Zahlenteufel" (1997)...
 
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Biografie
Hans Magnus Enzensberger wurde am 11. November 1929 in Kaufbeuren im Allgäu geboren.

Seine Kindheit verbrachte Enzensberger in Nürnberg. In Nördlingen besuchte er nach dem Krieg die Oberschule. Von 1949 bis 1954 studierte er Literaturwissenschaft, Philosophie und Sprachen in Erlangen, Hamburg, Freiburg/Br. und Paris. 1955 legte er seine Promotion ab mit der Arbeit "Über das dichterische Verfahren in Clemens Brentanos lyrischem Werk". Auch späterhin beschäftigte sich Enzensberger mit diesem Romantiker in seiner schriftstellerischen Arbeit wie auch mit dem französischen Aufklärer Denis Diderot. Zusammen mit Alfred Andersch arbeitete er von 1955 bis 1957 in der Redaktion von "Radio Essay" des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart.

Während dieser Tätigkeit machte Enzensberger durch kritische Beiträge öffentlich auf sich aufmerksam. Andersch formulierte für seinen Kollegen die Bezeichnung "zorniger junger Mann". 1957 kam sein erster Gedichtband "verteidigung der wölfe" heraus. Darin, wie in seinem übrigen Werk, findet sich der provokante Ton wieder, der den streitbaren Dichter und Denker fortan auszeichnete. Ebenso wie in der folgenden Werken "landessprache" (1960) und "blindenschrift" (1964) rechnete er auch in seinem lyrischen Erstling mit der rückständigen Politik der Adenauer-Ära, der Obrigkeitshörigkeit oder dem Wohlstandsdenken ab in einem sarkastisch-ironischen bis aggressiven Stil. Dabei verstand er es, Sprachkunst und Bildhaftigkeit nach Benn'scher Manier mit der Dialektik Brechts in ausgeprägter Weise zu verknüpfen.

Enzensberger hatte sich indes vor allen Dingen einen Namen gemacht als literarischer Gesellschaftskritiker, als Provokateur. Von 1960 bis 1961 war er als Lektor im Suhrkamp-Verlag in Frankfurt/M. tätig. Er veröffentlichte unter den Pseudonymen Andreas Thalmayr, Linda Quilt, Elisabeth Ambras sowie Serenus M. Brezengang. In dieser Zeit wurden auch seine beiden Arbeiten "Museum der modernen Poesie" und die zweisprachige "Poesie"-Reihe herausgegeben. Nach Frankfurt dozierte er als Gastlehrer an der Ulmer Hochschule für Gestaltung und verbrachte einige Zeit in Norwegen und Italien als freier Schriftsteller. 1962 erschien der Titel "Einzelheiten", der als Enzensbergers wichtigste theoretische Arbeit über den Zusammenhang zwischen Poesie und Politik gilt.

Sein essayistisches Werk "Die Sprache des ‘Spiegels’" entlarvt die sprachliche Zweckgerichtetheit des Nachrichtenmagazins. Von 1964 bis 1965 lehrte er Poetik in Frankfurt. Ab Mitte der 1960er Jahre verlagerte sich Enzensberger Interesse von der Poesie zu Politik. Paradoxerweise hegte der Dichter Enzensberger Zweifel an der gesellschaftlichen Wirkung von Dichtung. Er verlegte sich daraufhin auf die Methoden der politischen Veröffentlichungen und Dokumentationsliteratur. Er war tätig für Theater, Oper, Fernsehen und weiterhin dem Rundfunk. In diesen Medien setzte er sich auseinander mit dem zeitgenössischen Kapitalismus, Imperialismus, mit Deutschland und auch den Medien selbst.

Aus dieser Phase stammen Stücke wie "Politik und Verbrechen" (1964), das "Kursbuch" (1965) als wichtigstes Medium der Neuen Linken, oder das Theaterstück "Das Verhör von Habana", eine Tonbandmontage über die Schweinebucht-Invasion von 1962. 1965 ging Enzensberger nach Berlin, wo er die Zeitschrift "Kursbuch" ins Leben rief, deren Herausgeber er bis 1975 blieb. In den USA nahm er eine Gastprofessur an. In den Jahren 1968 und 1969 hielt sich Enzensberger in Kuba auf und von 1974 bis 1975 in New York. Mitte der 1970er Jahre fing Enzensberger allerdings wieder an, mehr Gedichte zu schreiben. Er hatte gegenüber dieser Gattung eine andere Einstellung gefunden, die verbunden war mit dem Zweifel gegenüber dem geschichtlichen Fortschritt.

In seinen lyrischen Werken wurde die geschichtliche Dialektik pessimistisch variiert. Werksbeispiele dafür sind unter anderem "Mausoleum. Siebenunddreißig Balladen aus der Geschichte des Fortschritts" (1975), "Der Untergang der Titanic. Eine Komödie" (1978) oder "Die Furie des Verschwindens" (1980). 1979 hat er sich in München niedergelassen. 1980 gründete er die linksgerichtete, monatliche Schrift "TransAtlantik". Mit "Die andere Bibliothek" (1985) stellt er seine favorisierten Büchertitel der Weltliteratur vor. 1985 wurde er mit dem Heinrich-Böll-Preis geehrt. 1988 tauchte das Brentano-Thema wieder auf in seinem Buch "Requiem für eine romantische Frau. Die Geschichte von Auguste Bußmann und Clemens Brentano", das verfilmt wurde. Besonders seine späteren Lyrikwerke tragen eine ästhetische Handschrift, die es versteht, mit den Formen und Perspektiven zu spielen.

Dafür steht beispielsweise der Titel des Gedichtbandes "Kiosk" (1995). Dem durch das Wechselspiel der Perspektiven auf die Welt und die eigene Person erzeugte Abstand folgt die beabsichtigte Erkenntnis und Selbsterkenntnis. Zu den weiteren Werken von Enzensberger zählen Hörspiele und Dramen. Weiterhin betätigte er sich als Übersetzer. So brachte er dem deutschen Publikum Autoren wie David Rokeah, Fernando Pessoa César Vallejo, Pablo Neruda, Lars Gustafsson oder William Carlos Williams näher. Enzensberger zeichnet sich aus durch seinen Erfindungsreichtum in den Medien Literatur, Fernsehen, Theater oder Rundfunk, um den Rezipienten seine Meinung, Erkenntnisse und Sichtweisen näher zu bringen. Die Spannweite seiner Themen und seiner Ausdrucksform wie auch seiner geschaffenen Werke ist groß.

Im Jahr 2000 wurden seine beiden Bücher "Geisterstimmen" mit Übersetzungen und Nachdichtungen aus vierzig Jahren und der Gedichtband "Leichter als Luft" mit neuen lyrischen Arbeiten herausgegeben. 2006 erschienen "Schreckens Männer - Versuch über den radikalen Verlierer" und unter dem Pseudonym Linda Quilt "Schauderhafte Wunderkinder". Im selben Jahr wurde er mit dem "Premio d’Annunzio" sowie dem "Medienpreis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften" ausgezeichnet.
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Biografie
Werksverzeichnis
Nachname: Enzensberger
Vorname: Hans Magnus
Geburtsdatum: 1929-11-11
Geburtsort: Kaufbeuren (D).
Sternzeichen: Skorpion 24.10 - 22.11
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